Mittwoch, 2. Mai 2007

Achtsam sein, achtsam wahrnehmen

Ich habe diese Woche versucht, bewusst auf die nachhaltige Entwicklung zu achten. Erschreckenderweise sind mir Dinge aufgefallen, die ich sonst gar nicht beachtet habe.
Meine Kollegin zum Beispiel arbeitet in einem Kleidergeschäft, die im Baumwollgeschäft bewusst auf Faire Trade achten. Es heisst, dass die Arbeiter unter guten Bedingungen arbeiten können, dass keine Kinder für die Arbeit missbraucht werden usw. Diese Aktion läuft unter dem Titel „respect!“.
Ich bin jetzt bestimmt schon zwanzig Mal in diesen Laden rein gelaufen, und habe die (zahlreichen) Plakate gar nie wahrgenommen. Ob das wohl anderen Leuten auch so geht? Würde ich jetzt nicht das Fach „Nachhaltige Entwicklung“ besuchen, ginge ich wahrscheinlich immer noch an diesen Werbeplakaten vorbei ohne etwas zu überlegen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob die Leute allgemein noch zu wenig sensibilisiert sind, was das Thema „Nachhaltige Entwicklung“ betrifft.
Ich denke die Schule ist dafür eine gute Plattform. Man kann bereits die Kindergartenkinder bis zu einem gewissen Punkt auf eine Nachhaltige Entwicklung aufmerksam machen.

Diese Woche war ich Chur. Auf der Strasse sind mir mehrere Bettler aufgefallen. Ich kann mich nicht erinnern in letzter Zeit welche gesehen zu haben. Aufgrund unseres Bloggthemas habe ich mir einige Gedanken dazu gemacht. Und ich weiss einfach nicht recht, wie es so weit kommen kann, dass man auf der Strasse leben muss und sich das Geld erbetteln muss. Ich war immer der Meinung, dass man zwar arm sein kann, und ums überleben kämpfen muss, aber ich habe das Gefühl, dass man in der Schweiz nicht auf der Strasse leben muss. Es gibt immer einen anderen Weg. Ich denke, es gäbe genügend Institutionen, die einem noch rechtzeitig helfen könnten. Auch habe ich das Gefühl, so hart das alles vielleicht tönen mag, dass man immer eine „Drecksarbeit“ findet um Geld zu verdienen, man muss nur wollen…

4 Kommentare:

katrin hat gesagt…

Ich denke auch, dass sich einige Leute nicht richtig um eine Arbeit bemühen. Es gäbe wirklich genug Arbeiten, die zwar unangenem sind, aber wenigstens Geld einbringen würden. Es ist leider für manche sehr verlockend, vom Arbeitslosengeld zu leben.....wieso sollte man arbeiten, wenn man auch so Geld bekommt????!!!!! Ich glaube jedoch, dass es wirklich viele Leute gibt, die aus irgendeinem Grund keine Möglichkeit haben sich durch eine Arbeit Geld zu verdienen.

Stesi hat gesagt…

Meiner Meinung nach kann nicht verallgemeinert werden, dass Leute, die auf der Strasse leben, sich nicht um eine Arbeit bemühen. Es gibt viele Menschen, die Jahre lang eine Stelle suchen und aus irgendeinem Grund keine Arbeit finden und dadurch immer tiefer abrutschen. In solchen Momenten braucht es enorm viel Lebenswille und Energie, dass man nicht aufgibt und das Leben einem einfach egal ist. Wichtig ist: nicht alle Leute in den gleichen Topf werfen, sondern unterscheiden, ob sich Leute um eine Arbeit bemühen oder nicht! Erst dann darf darüber geurteilt werden, was nicht immer einfach ist. Stefanie Dudler, LG04 A

Pascale Jürgens hat gesagt…

Ich habe den erstaunlichen Effekt bei mir auch festgestellt: Sobald man auf das Thema „Nachhaltige Entwicklung“ sensibilisiert ist, fällt einem viel mehr auf. Ich bin aber auch positiv überrascht davon, wie oft man im Alltag Elemente nachhaltiger Entwicklung vorfindet. Man muss nur etwas genau hinschauen, dann sieht man überall Dinge.
Deiner Ansicht, dass man arbeiten kann, wenn man wirklich will, stimme ich ziemlich zu. Bist du aber sicher, dass die Leute, die du gesehen hast, obdachlos waren? Vielleicht haben sie ja eine Wohnung und auch eine Arbeit. Nur reicht ihnen eventuell der Lohn nicht aus, um sich (oder sogar noch die Familie) zu versorgen, und deshalb muss zusätzlich Geld besorgt werden. Das ist jetzt eine spontane Überlegung von mir. Im Grossen und Ganzen kann ich es mir aber auch fast nicht vorstellen, dass Menschen in der Schweiz das Betteln nötig haben. Ich glaube aber auch, dass wir einfach verwöhnt sind. In den grösseren Schweizer Städten wie Zürich und Genf sieht man immer wieder Bettler. Wir „vom Land“ sind es uns den Anblick auch einfach nicht so gewöhnt.

Pascale Jürgens, LGC 04

rahel hat gesagt…

Naja, ich finde deine letzte Aussage sehr provokativ! Ich habe im Gespräch mit Leuten auch schon die Erfahrung gemacht, dass diese Leute einige Chancen verhauen haben. Oft weil sie sich für den vermeintlich einfacheren Weg entschieden haben (Lehrabruch anstatt Auseinandersetzung und Positionsbezug gegenüber dem Chef). Nun stehen solche Leute oft in sehr aussichtslosen Lebenssituationen, sie haben schlechte Erfahrungen gemacht mit der Gesellschaft oder vielleicht auch nur mit der Arbeitswelt und nun fehlt ihnen die Kraft (oder vielleicht ist es auch einfach der Stolz) sich für etwas Neues aufzuraffen. Das grösste Problem liegt aber meiner Ansicht nach daran, dass diese Leute niemand mehr haben der hinter sie steht und sagt nun mach einmal. Und damit meine ich das persönliche Umfeld. Zusammengefasst möchte ich sagen, das ich diese Leute oft in Zwickmühlen sehe die sie selbst und auch mit dem Umfeld nicht mehr lösen können.