Wie erging es Ihnen bei der Auswahl der mitgebrachten Gegenstände?
Wir hatten Mühe mit dem Finden geeigneter Gegenstände. Dinge die man nicht mehr braucht, hat man bereits weg gebracht, und anderes hat zu viel Bedeutung um es weg zu geben. Zum Beispiel weil es ein Geschenk war oder an eine schöne Situation erinnert. Dazu kommt noch, dass man sich nicht unbedingt darauf verlassen kann, wenn man etwas Schönes weg gibt auch etwas Ebenwürdiges zu bekommen.
Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre Gegenstände aus?
Dinge die wir WIRKLICH nicht mehr brauchen. Wir haben aber darauf geachtet, dass sie nicht beschädigt sind und jemand anders sie brauchen könnte.
Nahmen Sie sie schweren, leichten Herzens mit? Warum?
Uns fiel es nicht schwer, da wir nur Gegenstände mitgenommen haben, auf die wir verzichten können. Dinge welche uns am Herzen liegen, haben wir im Voraus von der Auswahl ausgeschlossen.
Was löste es bei Ihnen aus, durch die Räume zu gehen und eine grosse Anzahl Gegenstände, die eigentlich Ihren Kolleginnen und Kollegen gehörten, zur freien Mitnahme vorzufinden?
Im ersten Moment haben wir nichts von den Tischen genommen, da es irgendwie „unanständig“ ist. Es hat eine Weile gebraucht, bis wir etwas mitgenommen haben. Manche Dinge lösten Gedanken aus wie : „Das hatte ich auch einmal… Das hätte ich auch mitnehmen können…“
Vielleicht sind nicht alle Ihre Gegenstände an eine andere Person weitergegangen. Was empfinden Sie dabei?
Das spielt keine Rolle, es schmerzt uns nicht. Es sind ja Dinge, die wir nicht mehr wollen, wieso soll sie denn jemand anders wollen?
Habe ich mehr gebracht als genommen oder umgekehrt? Warum? (Es gibt für beides gute Gründe)
Wir haben alle weniger genommen als gebracht, aus dem einfachen Grund, dass uns nicht mehr Dinge angesprochen haben. Wir würden es auch nicht angebracht finden, einfach alles mitzunehmen.
Wie könnte eine solche „Bring-und-Hol-Aktion“ in Ihrer Schulpraxis umgesetzt werden?
Wir würden es eher im Stil von einem Flohmarkt machen. Zum Beispiel könnten sich alle Kinder in der Turnhalle ausbreiten mit ihre Artikel dort verkaufen. Man kann tauchen, aber auch verkaufen. Wenn man für etwas Geld bekommt, kann man sich auch eher von einem Objekt trennen. Es ist aber wichtig, dass die Kinder nur Dinge bringen, mit denen die Eltern einverstanden sind. Wir haben das Gefühl, wenn es nur Tauschhandel wäre, würden sich die Kinder auf die Dinge stürzen, egal ob sie es brauchen können oder nicht. Um das zu vermeiden könnte man zum Beispiel jedem Kind gleich viel Papiergeld geben. Pro Schein gibt es einen Gegenstand. Man könnte auch den Kindern die Aufgabe stellen jeweils zu begründen, wieso sie genau diesen Gegenstand wählen.
Tatjana Bänziger, Katrin Müller, Nadine Bischof
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